17.10.2011

Für uns ist Integration kein Fremdwort

JU Stadtverband Pforzheim. Seit Ende 2009 sind in unserer Stadt über 1.500 irakische Staatsbürger zugezogen. Derzeit stellen sie die drittgrößte Ethnie in Pforzheim. Dieser Sachverhalt hat uns als Jugendorganisation selbstverständlich neugierig gemacht. Je mehr wir erfuhren desto neugieriger wurden wir. Aus diesem Grund entschlossen wir uns im Frühjahr 2011 dazu, den direkten Kontakt mit unseren neuen Mitbürgern zu suchen.

Alles begann mit Sport

Um unser erstes Projekt auf die Beine zu stellen, wendeten wir uns an die Rektorin der Inselgrundschule Maria Dittmann, die mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Sachen Integration an vorderster Front kämpft. Unser Vorschlag war es, eine Sport AG für irakisch stämmige Grundschüler einzurichten, in der basierend auf Spaß und Spiel beide Kulturen aufeinandertreffen konnten. Die Kinder haben die AG von Anfang an angenommen und sind, solange es das Wetter zuließ, bis heute zahlreich motiviert und begeistert zur Sport AG erschienen. An der Tagesordnung standen Ballspiele jeglicher Art, wobei Fußball zu den Favoriten der sportlichen Kinder zählte. Auch für die Mitglieder der JU war dieses Projekt eine Bereicherung, indem sie den Umgang mit Kindern auf eine spielerische Art und Weise üben durften.

Peter Olszewski (Leiter der Sport AG): „Unser Ziel war es, die Bemühungen Frau Dittmanns und Ihrer Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. Das letzte halbe Jahr war für alle Teilnehmer der Sport AG eine Zeit, die wir lange nicht vergessen werden. Zudem möchte ich mich nochmal bei allen Unterstützern, die dieses Projekt überhaupt möglich gemacht haben, herzlichst bedanken.“

Auch unser zweites Projekt war ein voller Erfolg!

Patenschaftsprogramm für irakische Jugendliche

Die Junge Union Pforzheim und die Schüler Union Enzkreis/Pforzheim haben neben der wöchentlichen Sport AG ein gemeinsames Patenschaftsprogramm mit jesidischen Schülern der Carlo-Schmid-Schule aufgebaut. Regelmäßige Treffen ermöglichten nicht nur den irakischen Jugendlichen Einblicke in die deutsche Kultur, sondern boten auch uns die Chance einiges über deren Alltag und Leben in ihrer neuen sowie alten Heimat zu lernen.

Aufgrund der positiven Resonanz lag es uns besonders am Herzen den interkulturellen Austausch weiterhin zu fördern und gerade in den Sommerferien gemeinsame Ausflüge zu unternehmen.

Bei einer Wanderung auf den Wallberg hatten die irakischen Schüler die Möglichkeit mehr über die Geschichte Pforzheims, insbesondere über die Geschehnisse während des Zweiten Weltkrieges, zu erfahren. Sie zeigten großes Interesse für die Vergangenheit Deutschlands, was ein Zeichen dafür ist, dass die jungen Jesiden auf dem richtigen Weg hin zu einer gelungenen Integration sind.
Jedoch stehen bei unserem Patenschaftsprojekt nicht ausschließlich geschichtliche sowie kulturelle Aspekte im Vordergrund, sondern auch gemeinsame Freizeitaktivitäten, bei denen Spaß und Vergnügen nicht zu kurz kommen. So hat beispielsweise das gemeinsame Tretbootfahren auf der Enz allen sehr viel Freude bereitet. Auch bei einem erfrischenden Eis im Sommer bei hohen Temperaturen oder einem Besuch auf der alljährigen „Pforzemer Mess“ wurde es nie langweilig. In lockerer Atmosphäre konnte man sich außerdem näher kennenlernen und Ideen für zukünftige Treffen sammeln

Hagen Weiss (JU Stadtverbandsvorsitzender): „Damit es nicht, wie so oft in der Pforzheimer Sozialpolitik, nur bei Sonntagsreden bleibt, haben wir uns entschieden, aus Worten Taten zu machen. Wir hoffen, dass wir mit unserem ehrenamtlichen Engagement weitere Menschen inspirieren konnten. Zudem möchte ich mich bei allen bedanken, die unsere Projekte mit Ihrem Engagement unterstützt haben“

Fakten und Hintergründe dürfen auch nicht fehlen.

Um für weitere Integrationsprojekte Anregungen und Hintergrundwissen zu erlangen, lud der Pforzheimer JU-Stadtverband Anfang Juli die Integrationsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Anita Gondek, zu sich ein. Selbst dabei leistete die Junge Union als politische Jugendorganisation Pionierarbeit, denn keine andere politische Jugendorganisation hatte zuvor das Gespräch mit der Integrationsbeauftragen gesucht.

Dank Frau Gondek erhielten die Zuhörer einen guten Überblick über die Bemühungen in Sachen Integrationsarbeit von Bund, Ländern und Kommunen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass wir uns als Jungen Union Pforzheim weiterhin mit dem Thema Integration auseinandersetzen werden und unsere irakischen Mitbürger bestmöglich auf ihrem Weg begleiten wollen.