30.01.2010

Stabwechsel im Kreisverband

Seit dem 30. Januar ist es amtlich: Mit Nicole Schreiber als Nachfolgerin des scheidenden Kreisvorsitzenden Jacques Grießmayer, der nicht wieder kandidierte, wird die Junge Union Enzkreis/Pforzheim erstmals von einer Frau geleitet. Nicole Schreiber (26, Mühlacker) ist angehende Steuerberaterin und seit 2002 Mitglied der JU. 2006 trat sie auch in die CDU ein und gestaltete bisher als Vorsitzende der JU Mühlacker und Beisitzerin im CDU-Stadtverband Mühlacker aktiv die Politik im Kreis mit. Nicole Schreiber will an die Arbeit von Jacques Grießmayer anknüpfen, dabei jedoch auch die Mitglieder des Kreisvorstandes stärker in die Pflicht nehmen.
Unterstützt wird sie dabei künftig von den drei Stellvertretenden Vorsitzenden Martin Gegenheimer, Simon Kurz und Cathrin Schick sowie der Kreisgeschäftsführerin Barbara Glück. Dem geschäftsführenden Vorstand gehören außerdem Peter Olszewski als Finanzreferent, Dr. Andre Stuber als Pressereferent und Domenique Well als Schriftführerin an. Zu Beisitzern wurden Pascal Baumgartner, Ruben Bühner, Frank Daubenmaier, Michael Grochtdreis, Louis Goldmann, Anita Kocsis, Michael Meeh, Daniel Schäfer, Tobias Steinmetz, Fabian Weiler und Verena Sturn gewählt. Martin Steiner, der die Mitgliederversammlung leitete, wurde zum Kassenprüfer bestimmt.

Die Abgeordneten Daniel Caspary aus dem Europaparlament, Gunther Krichbaum aus dem Deutschen Bundestag und Stefan Mappus MdL als CDU-Kreisvorsitzender, CDU-Landesvorsitzender und designierter Ministerpräsident von Baden-Württemberg ließen es sich nicht nehmen, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Alle drei dankten Jacques Grießmayer für die mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz geleistete Arbeit und sagten der neuen Vorsitzenden Nicole Schreiber ausdrücklich ihre volle Unterstützung zu. Mappus betonte, die Junge Union sei „der Stachel im Fleisch der CDU“, und das müsse auch so bleiben. Jacques Grießmayer sei hier immer ein streitbarer Vorsitzender gewesen, deshalb hoffe er, Mappus, dass auch der künftige Kreisvorstand sich aktiv einmische. In ihren Grußworten gingen sie auch auf aktuelle Entwicklungen ein. Daniel Caspary nahm insbesondere zur Entsendung Günther Oettingers als neuen EU-Kommissar und die damit einhergehende Ernennung von Stefan Mappus zum neuen Ministerpräsidenten Stellung. Mappus könne viel für den Kreis, aber auch für den ganzen Bezirk Nordbaden bewegen, gerade in der Bildungspolitik: „Die Lehrerversorgung im Bereich Berufliche Schulen und Gymnasien ist im Regierungsbezirk Karlsruhe am schlechtesten.“ Hier müsse etwas getan werden. Auch in der Infrastrukturpolitik stünden wichtige Projekte an, wie etwa der Ausbau der A8, der A5 und der viergleisigen Rheintalstrecke. Caspary begrüßte außerdem die Kandidatur des Stellvertretenden JU- und CDU-Kreisvorsitzenden Martin Gegenheimer (30, Remchingen) um die Nachfolge von Winfried Scheuermann MdL als Abgeordneter für den Landtagswahlkreis Enz. „Ich wünsche mir, dass das klappt!“, so Caspary.

Stefan Mappus ging in seiner Rede und der anschließenden Diskussion auf die von Caspary angesprochenen Aspekte ein und nannte als wichtigste Themen für die Landtagswahl 2011 „Wirtschaft. Bildung. Infrastruktur und innere Sicherheit“. Auf die Frage nach seiner Position in der aktuellen Diskussion um die geplante Stadtbahn in Pforzheim antwortete Mappus, es müsse endlich eine Entscheidung gefällt werden, auch die JU müsse sich da einklinken. Im Hinblick auf das zentrale Thema der Bildungspolitik gab Mappus zu, dass die Informationspolitik der Landesregierung verbessert werden müsse. Deshalb sei eine Reihe von Regionalkonferenzen geplant, um „den Menschen das zu erklären, was wir machen. Wir müssen den Menschen klar machen, dass die große Lebensentscheidung nicht nach der 4. Klasse kommt.“

Gunther Krichbaum wies in seiner Rede auf die Rekordneuverschuldung der Bundesrepublik hin. Diese sei im Hinblick auf die Wirtschaftskrise zwar „alternativlos“, aber sie müsse auch „beispiellos“ bleiben. Deutschland stehe vor großen Herausforderungen. Langfristig müssten die Stabilitätskriterien für den Euro wieder erfüllt, die Sozialversicherungssysteme reformiert und eine sachliche Rentendiskussion geführt werden. Krichbaum wies außerdem auf die Bedeutung der Wahlen am 9. Mai 2010 in Nordrhein-Westfalen und die Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg hin.

In ihrem Schlusswort dankte Nicole Schreiber Jacques Grießmayer noch einmal und betonte: „Es gibt nicht viel zu verbessern, aber ich will zumindest an dein Niveau anknüpfen und dies halten.“ Als erstes großes Ziel nannte sie die erfolgreiche Nominierung Martin Gegenheimers zum Landtagskandidaten des Wahlkreises Enz.

Von: Barbara Glück